Warum ist Messing zwischen Spulenanschlag und Spulenwinkel





Es entsteht ein Restmagnetismus (Remanenz)  im Metall (Spulenanschlag und Spulenwinkel) durch das Elektromagnetfeld einer Spule. Der Spulenanschlag (Coilstop) selbst ist vom Elektromagnetfeld der Spule im eingebauten Zustand umgeben und ist deshalb genauso ein magnetisierbarer Spulenkern wie der Stößel, wenn Strom durch die Spulenwicklungen fließt. Der Spulenanschlag sitzt normalerweise versteckt in der Spulenhülse, die von der Kupferdrahtwicklung einer Spule mit umschlossen ist.


Es wird deshalb aus magnetisch nicht leitendem Material eine Trennung zwischen Spulenanschlag und Montagehalterung (Spulenwinkel) eingebracht, z. B. Messing oder Kupfer um einen Restmagnetismus schnell abzubauen bzw. in der Masse so minimal wie möglich zu halten. Messing oder Kupfer wirkt elektromagnetisch wie Luft und ist deshalb ein Isolator hin zum Spulenwinkel. Ansonsten bleibt der Stößel am Anschlag "kleben" und er geht nicht mehr wie gewünscht in die Ausgangsstellung zurück.

Der Stößel selbst kann magnetisch sein, weil er ohnehin in der Spulenhülse frei schweben soll und mit keinem magnetisierbaren Eisen-Metall in Berührung kommt. Deshalb sind Spulenhülsen nur aus Kunststoff, Aluminium oder Messing. Der einzige Punkt, an dem der Stößel durch Magnetismus haften kann, ist der Spulenanschlag. Deshalb muss hier der Restmagnetismus so gering wie möglich gehalten werden.

Ansonsten ist das ganze mit Elektromagnetismus wohl höhere Physik. Ich versuche es einmal ganz einfach mit meinen Worten zu erklären:
Auf der Innenseite der Spule baut sich ein Elektromagnetfeld mit der Polarität -N- (N=Nordpol) und auf der Aussenseite der Spule die Polarität -S- (S=Südpol) bei Gleichstromspulen auf. Je nachdem, wie die Spule gewickelt und an die Stromquelle angeschlossen ist. Das kann man am besten mit einer Kompassnadel feststellen.

Optimal wäre deshalb, wenn beide zueinander zeigenden Metallenden in der Spulenhülse als Spulenkern die selbe Polarität hätten.
Dann stoßen sich diese  ab. Also Stößel hat -N- und Spulenanschlag hat auch am Berührungspunkt zum Stößel -N-.
Oder beide haben am Berührungspunkt -S-.
In der Praxis ist dieses nicht der Fall, weil im eingebauten Zustand die Eisen-Metalle (Stößel und Spulenanschlag) in eine Richtung bei Aktivierung des Elektromagnetfeldes zeigen und auch so magnetisiert werden. (N-S,N-S oder S-N,S-N) Somit ziehen sich die Polaritäten -S- und -N- an. (Gegensätze ziehen sich immer an). Deshalb ist der Isolator aus Messing oder Kupfer zwischen Spulenanschlag und Spulenwinkel notwendig, damit die Massen nicht die gleichen Magnetkräfte bekommen können und sich nicht trennen wollen.

Baut sich ein Elektromagnetfeld im Spuleninneren auf, wird der Stößel hineingezogen. Ohne Elektromagnetfeld wird der Stößel durch eine Druckfeder rausgedrückt oder durch eine Zugfeder rausgezogen. Bei vertikaler Bauweise fällt der Stößel durch Schwerkraft und Eigengewcht ggf. auch ohne Feder. Es sei denn, der Spulenanschlag hat zu viel Masse an Restmagnetismus für diese Reset-Funktion.

In der Fernmeldetechnik ist es übrigens gewollt gewesen, dass Haftrelais eine Selbsthaltefunktion durch Magnetismus hatten. Durch Umpolung der Spulenspannung sowie Stromfluss ging ein Relais dann in die ursprüngliche Position zurück.

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