Reparaturanleitungen
Bundesweiter Reparatur Service Flipper-Automaten




Reparaturanleitungen

Hier sind Reparaturanleitungen zu finden, Funktionen und Schaltbilder sowie Erklärungen zu verschiedenen Systemen der bekanntesten Hersteller.



 

 

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  Allgemeine Reparaturanleitung für elektromechanische (EM) Flipperautomaten aller Hersteller

  BALLY EE

  BALLY ab Baujahr 1990

   

  GOTTLIEB SYS 1 

   

  GOTTLIEB SYSTEM 80

  GOTTLIEB SYSTEM 80/A

   
WILLIAMS, System 6 (in Vorbereitung)
WILLIAMS, System 11 (in Vorbereitung)

  WILLIAMS ab Baujahr 1990

   
DATA EAST (in Vorbereitung)
SEGA (in Vorbereitung)
   
STERN (in Vorbereitung)
   
STERN, EE (in Vorbereitung)
 
Allgemeine Reparaturanleitung für elektromechanische (EM) Flipperautomaten aller Hersteller

 

Vorwort

Dieses Kapitel  soll alle die ansprechen, die keine oder zu wenig Kenntnisse in  der Elektrotechnik und insbesondere von der Flippertechnik besitzen.

Im nachfolgendem verstoße ich gegen alle Internetregeln einer guten Homepage. Wenig Bilder und viel Text. Es wird auch zukünftig unter meiner Internetadresse kaum Flipperfotos und Spielbeschreibungen geben. Hierfür gibt es genug andere Seiten im Internet. Meine Seiten sollen wie der Name schon sagt eine Serviceseite sein.

Wem das folgende zu langweilig ist, oder wer gleich zur Sache gehen möchte, der kann hier klicken um direkt zu den Reparaturtipps zu gelangen. Man sollte aber bedenken, eine sorgfältige Vorbereitung und Einarbeitung erspart hinterher vielleicht viel Zeit und Ärger.

Für einen Automatenaufsteller der dieses gewerblich betreibt (so wie ich), ist ein Flipper eigentlich nichts anderes als eine Sache, mit der er Geld verdienen möchte und muss. Also ein Gebrauchsgegenstand im weitesten Sinne. Ist der Automat kaputt, so muss dieser schnellstmöglich (zum Beispiel von mir) repariert werden. Zum einen, damit die Kundschaft nicht verärgert ist, zum anderen, weil mit einem defekten Gerät kein Geld verdient werden kann um u. A. die laufenden Betriebskosten (sehr hohe Spielgerätesteuern welche monatlich pauschal an die Gemeinden zu zahlen sind) zu bestreiten.

Für die meisten Besucher meiner Homepage ist der Flipper kein Gebrauchsgegenstand, vielmehr eine Liebhaberei oder ein Sammlerstück. Man hat den Flipper sich nicht nur angeschafft um daran spielen zu können, sondern vielmehr weil man Freude an dem Gerät hat. Aus unterschiedlichen Gründen sicherlich. Zum einen aus dekorativen Zwecken, zum anderen wegen eigenen Erinnerungen aus vergangenen Zeiten oder weil man einfach von dem technischen Aufwand fasziniert ist. Und dann ist auch noch alles schön bunt. So etwas hat nun mal nicht jeder in seiner Kellerbar, im Hobbyraum oder im Wohnzimmer stehen. Das spielen an einem funktionsfähigen Gerät ist also nicht die Sache alleine. Der Automat wird bestaunt, gestreichelt und geputzt weil man einfach stolz darauf ist. Diesem Personenkreis habe ich www.flipperservice.de  gewidmet und dafür in das Netz gestellt.

Die hohen Besucherzahlen und ständigen Reparaturanfragen haben bis heute gezeigt, dass jeder Flipperliebhaber nicht nur sein Gerät streicheln und putzen möchte, vielmehr auch niemand fremdes "daran rumbasteln" lassen will. Man möchte die Technik verstehen, begreifen und folglich deshalb auch möglichst selbst sein liebstes Stück, egal wie viel Zeit es kostet, selbst reparieren. Die Reparaturtipps holt man sich am einfachsten aus dem Internett. Zum Beispiel bei mir. Fazit, der Flipperbesitz ist ein Hobby für sich und auch so anzusehen.

Es gibt Flipperfreunde die sich so in die Materie eingefuchst haben, die brauchen in der Regel keine Hilfe von mir. Zum einen kennen sie selbst die Möglichkeiten, wie sie vorzugehen haben um ihre/n Automaten instandzuhalten oder instandzusetzen. Zum anderen habe ich festgestellt, dass ich so einfach und laienhaft wie möglich alles erklären muss. Das möchte ich versuchen auch auf meinen Seiten zu berücksichtigen. Weiterhin gibt es zwar jede Menge englischsprachige Flipperseiten im Internet, die von vielen Flipperliebhabern im Text aber nicht verstanden werden. Deshalb versuche ich so gut wie möglich alles in deutscher Sprache zu erklären und nachfolgend in diesem Kapitel mit den Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Reparatur alles darzustellen. Sollten Fragen, Kritiken oder Missverständnisse vorhanden sein, oder fühlt jemand sich in seinen Rechten (Urheberrecht) verletzt, so sende er mir bitte eine E-Mail. Man sollte aber in Bezug auf Rechte bedenken, dass der Flipperautomat als technisches Kulturgut verstanden werden kann und man sollte niemanden Informationen vorenthalten. Namenhafte Hersteller haben ohnehin Ihre Produktion eingestellt.

Flipperbesitzer, die allerdings überhaupt kein technisches Interesse haben, die wirklich nur  spielen wollen oder einen Automaten ihren Kindern für das Spiel beschert haben und auch überhaupt keine Grundvoraussetzungen im handwerklichen Geschick sich selbst eingestehen können, denen sei vor eigenen Reparaturversuchen gewarnt.  Erfahrungsgemäß wird mehr kaputt gemacht als zuvor. Dieser Personenkreis sollte  mein   Serviceangebot  nutzen. Auch wenn Ihr Nachbar ein gelernter Elektriker ist, bedeutet dieses nicht, das eine Routine und Erfahrung für erfolgreiche Flipperreparaturen vorhanden ist. Selbstverständlich kann  auch jeder Flipperbesitzer mit technischem Verständnis mein Serviceangebot nutzen.

Ich möchte an dieser Stelle vorsorglich darauf hinweisen, dass eigene Reparaturversuche der Automatenbesitzer immer selbst in ihrer eigenen Verantwortung erfolgen und ich  für misslungene Reparaturen nach meinen Anleitungen nicht haftbar zu machen bin.

Vorbereitung

WAS BENÖTIGE ICH AN WERKZEUG ?

1. Ein paar ordentliche Schlitz und Kreuzschraubendreher. Hier empfiehlt es sich, dass die Schraubendreher einen magnetischen Kopf besitzen. Das hat den Vorteil, dass man gelöste Schrauben nicht verliert und nach langem Suchen umständlich irgendwo  aus einer Kugelbahn befreien  muss. Vergessene Schrauben können erheblichen Schaden anrichten. Auch das Einsetzen von Schrauben in verwinkelten Ecken ist einfacher und sicherer.

Es lässt sich jeder Schraubendreher permanent magnetisieren. Wie? Ganz einfach. Eine alte hochohmige Flipperspule etwas länger unter Spannung setzen und den Schraubendreher in die Spulenhülse führen.

2. Steckschlüssel in den Größen von 3/16 - 1/2 Zoll sowie 4 -13mm. Die meisten Flipperautomaten haben Schrauben und Muttern mit Zollmaß. Es ist an dem Herstellungsort in den USA Standard.

3. Ein Paar Zangen. Selbstverständlich eine kleine Flachzange für die Justage der Kontakte sowie einen ordentlichen Seitenschneider für das abkneifen und abisolieren der Drähte. Diese beiden Zangen sollten auch nur hierfür benutzt werden. Wer sich an die Reparatur von Platinen herantraut, der sollte natürlich auch Zangen in der entsprechend üblichen Größe  hierfür besitzen.

4. Einen ordentlichen Lötkolben mit einer vernünftigen Lötspitze. (ca. 60W) Eine Lötspitze, die vernünftig verzinnt ist. Der Lötkolben sollte soviel Leistung haben, dass man problemlos das Zinn auf Lötfahnen der Spulenanschlüsse durch ausreichend Hitze flüssig bekommt und weiterhin auch einen verzinnten Draht noch in das flüssige Zinn eingelegt bekommt. Allerdings auch keinen Lötkolben wie die Klempner verwenden um Dachrinnen zu löten.

Für die Reparatur von Platinen oder zum Beispiel einen Anschluss der Drähte an Mikroschalter nimmt man besser einen zweiten ebenfalls ordentlichen Lötkolben mit einer geringeren Leistung (Max 30W) und einer kleinen Lötspitze.

Am allerbesten ist eine Lötstation, an welcher man die Temperatur des Spitze regeln kann.

Der Lötkolben alleine reicht natürlich nicht. Man benötigt auch noch Lötzinn. Lötzinn ohne Fett und Flussmittel.

Wer keine Erfahrung im Umgang mit dem Lötkolben hat, der sollte lieber gleich die Finger davon lassen, damit er später nicht die Feststellung machen muss, dass jetzt überhaupt nichts mehr funktioniert.

Die unten gezeigte Platine  wurde nach misslungenen Lötversuchen mir zur Reparatur übersendet.

Was sollte ich da noch machen wo schon alle Leiterbahnen der Lötanschlüsse weg waren?

 

 

 

 

 

Abgerissene Leiterbahnen wurden einfach durch "umherfliegende" Drähte ersetzt. Diese waren so lang abisoliert, dass es nach dem Einbau sicherlich einen Kurzschluss gegeben hätte.

Anders ging es anschließend bei mir auch nicht mehr. Nur flogen die Drähte nicht umher und die Verbindungen waren sauber.

 

Hier ein kleines Beispiel wie eine Arbeit von mir aussehen kann, wenn noch nicht selbst unsachgemäße Hand angelegt wurde:

Da sind vier IC-Bausteine die auf Sockel gelötet werden sollen

Jetzt sind sie schon mal raus

und so sieht die Platine dann  von unten aus

nach dem Einlöten der Sockel von der Bauteileseite

und von der Lötseite

5.Kontaktfeilen. Keine Feilen wie sie der Schlosser nimmt. Holstreifen, welche mit Leder zum Beispiel umklebt sind. Ein paar Schlüsselfeilen sollten trotzdem nie fehlen. Die Kontakte an den Flipperspulen sollen ja schließlich auch funktionieren. Einen Glasfaserstift. Diesen benutzt man u. A. zum Reinigen von Kontaktanschlüssen

6. Ein Vielfachmessgerät. Hier reicht in der Regel ein einfaches aus dem Baumarkt. Beim Kauf sollte man nur darauf achten, dass es sich nicht um ein Messgerät mit Zeiger (analog) handelt. Dem Nichtfachmann kann das Ablesen von Messwerten hier Probleme wegen der unterschiedlichen Skalenaufteilung bereiten. Außerdem muss es richtig "geeicht" sein. Es sollte deshalb besser ein Digitalmessgerät sein. Den ganzen Schnickschnack wie Diodenprüfer und Transistorprüfer braucht es nicht zu besitzen. Die kann man auch so durchmessen und auf Funktion überprüfen. Im Nachfolgendem Text erkläre ich wie so etwas gemacht wird. Allerdings ist ein akustischer Durchgangsprüfer nicht falsch, weil er bequem ist. Zu dem Messgerät sollte man sich 2 Prüfspitzen zulegen, die man an die Kabel klemmen kann. Notfalls sind auch 2 Krokodielklemmen geeignet.

7. Eine vernünftige Lampe um den Arbeitsplatz zu beleuchten.

8. Einen Pinsel zum Reinigen wie u. A. Staubbeseitigung sollte in der Werkzeugsammlung auch nicht fehlen.

Ebenso sollte ein Abschussgummi immer bei dem Werkzeug vorhanden sein. Wozu? Um dieses Gummi auf die Glaskolben der  Lampen zu stecken, welche ausgewechselt werden sollen. Erspart viel Krampf beim rausdrehen und evtl.  Splitter in den Fingerspitzen.

Was weiterhin zum Reinigen und Pflegen benötigt wird später in diesem Kapitel.

 

WIE LESE ICH EIN SCHALTBILD ?

Hierfür sollte man erst einmal ein paar Grundvoraussetzungen wissen und begreifen. Ich habe ganz simple Beispiele nachfolgend  hierfür komponiert. Weiterhin sollte man die wichtigsten Schaltsymbole kennen oder zur Hand haben.

Spannung (Volt) ist ein Wert.

Strom (Ampere) ist die Kraft.

Leistung (Watt) ist die Energie welche sich aus dem Verhältnis von Spannung und Strom ergibt.

Rechenbeispiel:

10 Volt * 1 Ampere = 10 Watt

1 Volt * 10 Ampere = 10 Watt

Warum nimmt man oft sehr hohe Spannungen?

Je höher die Spannung, umso kleiner kann der Strom sein um die gleiche Leistung des Verbrauchers zu erzielen. Je mehr Strom fliest, desto höhere Kabelquerschnitte sind erforderlich. Man bedenke einmal den Querschnitt eines Starthilfekabels bei einem Kfz.

Wert (U)* Kraft (I) = Leistung (W) Als erstes sollte man wissen, dass der Strom einer  Gleichspannung (auch DC für direct current genannt) VON MINUS NACH PLUS  fliest. Also minus ist der stromführende Pol und nicht umgekehrt. Bei einer Wechselspannung wechselt die Fliesrichtung in einer vorgegebenen Frequenz. (in der Regel 50 Hertz wie unser Stromnetz).

Eine Wechselspannung läst sich mit einem Transformator problemlos herauf- und heruntertransformieren. Mit Dioden kann man den Strom gleichrichten. Also aus Wechselstrom wird Gleichstrom.

Der Schalter ist offen. Die Lampe leuchtet nicht

 

Der Schalter ist geschlossen. Die Lampe leuchtet

 

Ein Wechselschalter

 

Diese Lampe leuchtet nicht. Die Diode sperrt den Stromfluß

 

Diese Lampe leuchtet

 

Eine Schaltung einer Spule für einen Flipperarm. Falsche Polung der Diode bedeutet, dass die Spule gebrückt wird und ein Kurzschluss vorhanden ist.

  Nähere Einzelheiten über Flipperspulen und warum dort Dioden benötigt werden hier in einem gesonderten Kapitel.

Eine Spule ist wie eine Lampe ein Verbraucher.

 

WIE PRÜFE ICH EINFACHE BAUTEILE WIE SPULEN; DIODEN
   Flipperspulen und warum dort Dioden benötigt werden hier in einem gesonderten Kapitel.
WAS SOLLTE ICH BEACHTEN ?

Vor Inbetriebnahme und Aufbau darauf achten, dass keine losen Teile im Gerät einen Kurzschluss oder Schaden verursachen können. Die Netzsicherung für die Steckdose (wo der Netzstecker vom Flipperautomaten reinkommt) sollte mind. für 16 A auslegt sein. Das erspart evtl. Stress ständig den Sicherungsautomaten einzuschalten, weil der Einschaltstrom eines Flippers ziemlich hoch ist. Vor der Inbetriebnahme sollte man die Bedienungsanleitung lesen.
Vor öffnen des Gerätes sollte der Netzstecker gezogen sein. Die Geräte sind nur für trockene Räume geeignet und sollten an einer vorschriftsmäßigen Steckdose angeschlossen sein. Bei hochgeklappter Spielfläche sollte man darauf achten, das diese auch wirklich fest gesichert ist bevor man den Kopf darunter steckt.

WO BEKOMME ICH ERSATZTEILE HER ?
   hier!
WAS MACHE ICH WENN ICH NICHT MEHR WEITER WEISS ?

   Die Hotline nutzen.
  
Eine E-Mail an www.flipperservice.de senden. (Bei kleinen und eindeutigen Fehlern bin ich bereit, so weit wie möglich, die Fehlerursache auch durch eine Email kostenlos zu beantworten. Allerdings bitte ich in diesem Fall um Verständnis, wenn ich nicht sofort antworte weil ich hin und wieder auch mal unterwegs bin um Geld zu verdienen).
 
Hartmut Litfin anrufen und einen Reparaturauftrag vereinbaren.